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Der Heimatkundliche Arbeitskreis "On Tour"

Jahresausflug 2020 des Heimatkundlichen Arbeitskreises in

das Freilandmuseum Wackershofen bei Schwäbisch Hall

Einleitung zur Führung "Dörfliches Leben vom Spätmittelalter bis zur Neuzeit"
Einleitung zur Führung "Dörfliches Leben vom Spätmittelalter bis zur Neuzeit"

Da leider auch der HAK, wegen der aktuellen Corona Situation, alle geplanten Aktivitäten in diesem Jahr absagen musste wollten wir wenigstens unseren diesjährigen Jahresausflug durchführen. Und wie bei uns üblich sollte er auch "lehrreich" sein und uns neue historische Erkenntnisse vermitteln sowie unsere sehr gute Gemeinschaft weiter stärken.

Obwohl wir normalerweise öffentliche Verkehrsmittel bevorzugen haben wir die ca. 50 Km lange Anfahrt von Möckmühl nach Wackershofen in Fahrgemeinschaften mit dem PKW zurückgelegt, da die Fahrt mit der Bahn ca. 2 Stunden gedauert hätte und wir zwei mal hätten umsteigen müssen.

Unser Tag im Freilandmuseum begann mit einer ca. zweistündigen Führung mit dem Thema: "Dörfliches Leben vom Spätmittelalter bis zur Neuzeit".

Nach einigen einleitenden und zum Thema hinführenden Worten unseres Gästeführers Herrn Oswald konnten wir Einiges erfahren über die Lebensumstände, die Kleidung, die Arbeit und die Ernährung unserer Vorfahren.

Unser Gästeführer Herr Oswald
Unser Gästeführer Herr Oswald

Am 1551 erbauten Bauernhaus aus Zaisenhausen erläuterte uns Herr Oswald die Vorzüge des so genannten "Pfarrer Mayer Hauses". Stall im Untergeschoß und Wohnung des Bauern im Obergeschoß und Korn- und Heulager im Dachgeschoß. Dadurch erreichte man eine Fußbodenheizung des Wohnbereiches für den Winter, da die Tiere im Stall immer Wärme abgeben. Auffallend an diesem Haustyp war der fehlende Kamin. Im Gebäude konnten wir dann sehen, dass der Herd eigentlich nur eine gemauerte Feuerstelle in der Küche war und der Rauch durch ein Loch in der Decke in den Dachboden abzog. Der einzige rauchfreie Raum im Haus waren nur die "Gute Stube" mit dem Ofen und einigermaßen die Schlafkammern. Wenn man daran denkt, Kühe und Schweine im Untergeschoß, Qualm und Ruß aus der Küche im Obergeschoß sowie der Hygienestandart der damaligen Zeit, dann kann man sich leicht vorstellen, welches "Gschmäckle" die Landbevölkerung damals an sich trug und warum man sie bereits auf große Entfernungen erkennen konnte.

 

Das Steigengasthaus "Zur Rose" aus Michelfeld wurde um ca. 1750 an alter Stelle neu erbaut. Es lag auf halber Höhe zum Mainhardter Wald auf der Verbindung von Nürnberg über Rothenburg ob der Tauber und Schwäbisch Hall in die Städte im Neckartal und noch weiter. Da das Haus so weit außerhalb lag war es auch oft Treffpunkt für Fuhrleute, Holzfäller, Landstreicher und allerlei "Lichtscheues Gesindel". Deshalb verwundert es nicht dass sich um diesen Steigengasthof viele Geschichten über Raub und Diebstahl sowie über Mord und Totschlag ranken. Das Rechtswesen auf dem Land ließ schon damals viel zu wünschen übrig.

Gute Stube im Bauernhaus aus Zaisenhausen
Gute Stube im Bauernhaus aus Zaisenhausen

Sehr interessant war auch der Besuch der alten Mahl- und Sägemühle aus Weipertshofen die in ihren ältesten Teilen aus 1686/87 stammen muss. Hier konnten wir sehen, wie ein oberschlächtiges Wasserrad über ein Getriebe aus hölzernen Zahnrädern und Riementrieben die Mahlgänge und Schüttler der Mahlmühle sowie über Exzenter das Gatter und den Vorschub der Sägemühle antreibt.

Mahlmühle Weipertshofen
Mahlmühle Weipertshofen

Zum Abschluss der sehr interessanten und informativen Führung geleitete uns Herr Oswald noch zum 1856 erbauten Ausdinghaus aus Morbach bei Grab. Ein Haus in dem es "nicht mit rechten Dingen" zugehen soll. So ranken sich allerlei Geistergeschichten um dieses Haus. Tatsache ist auf jeden Fall: kein Mensch hat es, warum auch immer, je über längere Zeit in diesem Haus ausgehalten. Die meisten verließen das Haus fluchtartig und mieden es dann auf Lebenszeit. Die wirklichen Gründe hierfür konnten noch nicht geklärt werden. Recht mysteriös, oder nicht ?

Hier endete dann unsere Führung und Herr Oswald verabschiedete sich von uns.

Ausdinghaus aus Morbach
Ausdinghaus aus Morbach

Glücklicherweise war das Ausdinghaus nicht weit weg vom Museumsgasthaus "Zum Roten Ochsen". Denn hier hatten wir unser Mittagessen vorbestellt. Obwohl die Bedienungen im Gasthof alle Hände voll zu Tun hatten bekamen wir recht schnell unsere Getränke und unser leckeres Mittagessen serviert.

Museumsgasthof "Zum Roten Ochsen"
Museumsgasthof "Zum Roten Ochsen"

Nach dieser Stärkung war der Ausflug aber noch nicht beendet. Nun hatten alle genügend Zeit in kleinen Gruppen das Freilandmuseum auf eigene Faust zu erkunden was auch rege wahrgenommen wurde und im Anschluss daran fuhren dann die Fahrgemeinschaften so nach und nach wieder ins heimatliche Möckmühl zurück.

Alles in Allem war es wieder mal ein schöner Ausflug. Problemlose An- und Heimfahrt, schönes Wetter, eine interessante und lehrreiche Führung und ein gutes Mittagessen. Was braucht ein Heimatkundler mehr ?  Unser aller Dank gilt natürlich unserer Eventmanagerin Kristina Zich die, wie immer, in gewohnter Zuverlässigkeit alles zum Besten der Gruppe vorgeplant und organisiert hatte.                                     B.R